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Die Station


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Aufgabe

Die Station die für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter der Projektleitung des Institut für angewandte Geodäsie (IFaG - heute BKG) sowie des Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erstellt wurde hat zwei Aufgaben zu erfüllen:

- Datenempfang von Erderkundungssatelliten
vom Typ ERS1, ERS2, JERS, Landsat, NOAA

- Empfang von Radiosternen
für Very Long Baseline Interferrometry (VLBI) Messungen.

- Aufzeichnung der Daten auf Speichermedien
die zur Auswertung nach Deutschland gesendet werden.


Der Auftrag zu Bau dieser Station wurde 1989 an die deutsche Industrie vergeben. Im Oktober 1990 wurde die Zwischenabnahme im DLR Oberpfaffenhofen durchgeführt. Der Aufbau in der Antarktis erfolgte im antarktischen Sommer 1991.

Die Station wird heute koordiniert vom:
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Hauptabteilung: Deutsches Fernerkundungs Datenzentrum (DFD)
Abteilung: Internationales Boden-Segment (DFD-BI)


Die Satelliten der ERS Serie der Europäischen Weltraum-Agentur (ESA) produzieren so viele Daten, dass diese nicht an Bord des Satelliten gespeichert werden können. Allein das Hauptinstrument des ERS, das Radar, mit dem die Erdoberfläche in einem knapp 100 Kilometer breiten Streifen abgetastet wird, liefert 105 Mega-Bit pro Sekunde, was ungefähr 547 voll geschriebenen 3,5" Disketten pro Minute entspricht. Wenn keine Satelliten-Empfangsstation in Reichweite des Satelliten ist, sind diese Daten für immer verloren. Während zum Beispiel Europa sowie Nord- und Südamerika gut mit Bodenstationen abgedeckt sind, war die Antarktis bisher ein weißer Fleck auf der Landkarte der Satelliten-Empfangsstationen. Diese Lücke wurde durch diese Station geschlossen.

Polarforschung

Dem Klimageschehen auf der Spur

Die Polregionen sind Klimakammern der Erde. Der Austausch zwischen Ozean, Eis und Atmosphäre gibt wichtige Informationen über klimatische Veränderungen. Noch fehlen mathematische Modelle, um die Daten zuverlässig interpretieren zu können. Für das Verständnis des Klimas ist die Forschung in Arktis und Antarktis deswegen von großer Bedeutung.

Die Polargebiete unseres Planeten haben eine wichtige Rolle für das Klimageschehen. Das Treibhausgas Kohlendioxid wird in den Meeren der polaren und subpolaren Breiten durch verschiedene Prozesse der Atmosphäre entnommen und in große Meerestiefen befördert. Wie dies funktioniert, ist wissenschaftlich noch nicht vollständig verstanden. So ist unklar, ob die CO2 verarbeitenden Planktonalgen durch die vom Menschen verstärkt verursachten CO2-Emissionen "gedüngt" oder durch stärkere ultraviolette Einstrahlung infolge des Ozonlochs über den Polarkappen geschädigt werden. Damit ist nicht bestimmbar, ob sich ihr Beitrag zu diesem natürlichen Entlastungssystem vermindert oder verstärkt.

Diese Frage ist nur eine, auf die die Polarforschung Ergebnisse liefern soll. Durch verstärkte Forschung sollen die Wechselwirkungen zwischen Ozean, Eis und Atmosphäre erfaßt und besser mathematisch beschrieben werden. Besonders wichtig sind dabei Messungen für Modellrechnungen über Austauschvorgänge an den Grenzflächen Meer, Atmosphäre und Eis. Nur durch bessere Daten und Modelle lassen sich auch die Sediment- und Eisproben aus den Tiefenbohrungen in den Polarregionen interpretieren. Durch die Bohrungen verfügen wir zwar über ein einzigartiges Klimaarchiv der Polargebiete. Die Auswertung der Messergebnisse ist aber derzeit noch nicht ausreichend für zuverlässige Aussagen über Ursache-Wirkungsbeziehungen für Klimaveränderungen in der Erdgeschichte. Das BMBF finanziert die Antarktisforschung mit jährlich über 50 Mio. Euro.

Quelle: BMBF