Antarktis Turismus
Tourismus bedroht Antarktis ?
das muß jeder für sich entscheiden.
TOURISMUS
Vor 1950 stellten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Hauptanteil der Antarktisreisenden dar, heute ist der Tourismus zu einem bedeutenden Bestandteil menschlicher Aktivitäten in der Antarktis geworden. Er umfasst Kreuzfahrt-, Yacht-, Flug- und Abenteuertourismus. Erste touristische Reisen in die Antarktis erfolgten in den 1950er Jahren. Seit 1966 finden touristische Unternehmungen regelmäßig während des Südsommers statt. Die wichtigsten Ausgangshäfen sind Ushuaia (Argentinien), Punta Arenas (Chile), Port Stanley (Falkland Inseln/Großbritannien) und Buenos Aires (Argentinien).
Der antarktische Tourismus findet im Südsommer (November bis März) überwiegend in den Gewässern der Antarktischen Halbinsel statt. Dieses Gebiet ist während des Südsommers weitgehend eisfrei, so dass dann die Möglichkeit besteht, an bestimmten Stellen, die Besucherinnen und Besucher mit Schlauchbooten anzulanden. Während der Sommersaison 2005/2006 entfielen 1178 (oder 85 %) Anlandungen auf nur 30 der möglichen Anlandungsplätze. Demzufolge sind diese Plätze stark frequentiert und lassen früher oder später kumulative Umweltauswirkungen befürchten. Etwa 40 Kreuzfahrtschiffe besuchen regelmäßig die Antarktis, davon gegenwärtig sechs deutsche mit maximalen Passagierkapazitäten zwischen 165 und 590. Bei Antarktisfahrten werden die Maximalkapazitäten jedoch meist nicht ausgenutzt. Die aktuellen Regeln der Internationalen Vereinigung der Antarktisreiseveranstalter (International Association of Antarctica Tour Operators, IAATO) sehen beispielweise vor, dass sich jeweils nur 100 Menschen gleichzeitig an Land aufhalten und Schiffe mit mehr als 500 Fahrgästen keine Anlandungen ausführen dürfen.
Seit Beginn des Antarktistourismus hat die Zahl der Touristinnen und Touristen erheblich zugenommen. Waren es in der Saison 1992/1993 nur etwa 6.700 so hat sich diese Zahl innerhalb von zehn Jahren auf knapp 14.000 in der Saison 2002/2003 verdoppelt. In den drei folgenden Sommern bis 2005/2006 hat sich die Zahl noch einmal fast auf knapp 26.300 verdoppelt und betrug im Sommer 2007/2008 etwa 30.000. Für die Saison 2008/2009 werden ebenfalls mindestens 30.000 anlandende Touristinnen und Touristen erwartet, darunter mehr als 4.000 Deutsche. Mit der Crew macht das eine Gesamtbesucherzahl von mindestens 50 000 Menschen. Weitere Informationen und Zahlen zum Tourismus finden Sie auf der Internetseite der IAATO.
Nicht nur die Zahl der Touristinnen und Touristen nimmt drastisch zu, sondern die touristischen Aktivitäten ändern sich qualitativ. War zu Beginn der Antarktisreisen reines „Sightseeing“ die Regel, suchen heute immer mehr Menschen das „Abenteuer Wildnis“. Extreme Berg- und Skiwanderungen, motorisierte Fahrten über das Eis, Paragliding, Rundflüge usw. sind immer stärker gefragt. Wie die Anlandungen der Kreuzfahrtschiffe konzentrieren sich weitere touristische Aktivitäten ebenfalls auf die wenigen eisfreien Abschnitte der Küsten. Diese stellen jedoch gleichzeitig den natürlichen Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten dar. Aus diesem Grunde ist es wichtig, alle Störungen der Flora und Fauna sowie Schäden des empfindlichen Ökosystems der Antarktis so gering wie möglich zu halten oder ganz zu vermeiden. Jede/r verantwortungsbewusste Besucherin und Besucher sollte dabei mithelfen. Beachten Sie daher bitte bei einer Reise in die Antarktis die Verhaltensrichtlinien des Leitfadens für Besucher der Antarktis. Zusätzliche Hinweise finden Sie außerdem unter Informationen für Antarktisbesucher.
[Quelle UBA]