Hier mein kurzer Reisebericht:
Nach einer Reise mit dem Hurtigrutenschiff "Nordnorge" durch die Antarktis vom 16.11.bis 02.11.07 bin ich am 02.ten früh morgens in Ushuaia gelandet. Das Wetter war für diese Jahreszeit ungewöhnlich, denn es schneite stark und Ushuaia hatte eine dichte weiße Schneedecke. Eine
angebotene Stadtrundfahrt war nicht sehr einladend, da der Schnee überall matschig war. So gegen 10 Uhr brachte uns der Bus zum Flughafen und um 12 Uhr sollte Aerolinas Argentinas nach Calafate fliegen. Daraus wurde nichts, denn von Stunde zu Stunde wurde der Abflug abgsagt und wieder angesagt, bis es dann am Abend um 23 Uhr los ging; bei heftigstem, waagerechtem Schneeschauer.
Um 1/2 2Uhr in der Nacht war ich dann in Calafate am Lago Argentina. Ein Student, der mich abholte hatte wohl 10 bis 11 Stunden am Flughafen gewartet und ich landete dann in der Hosteria Kelta, ein einfaches, aber gutes Hotel (35 ¤ ). Am Mittag des 3.11. bin ich dann mit einer Führerin nach dem Gletscher Moreno gefahren, der etwa 40km entfernt ist, Überhaupt muß man sich den See riesig vorstellen mit sehr vielen langen Armen in die Gletscherwelt hinein, die als die größte der Welt gilt. Dieses Gletschergebiet ist ein Naturschutzgebiet großen Umfanges und umfasst viele Gletscher, die alle in lange Arme des Lago Argentinia hineinreichen. Leider konnte ich nur den Gletscher Moreno und Upsallagletscher besichtigen, weil meine Zeit zu kurz bemessen war. Man braucht mindestens dort eine Woche, auch weil von dort der Torre del Paine (Chile) in 70 km Entfernung und der Fitzroy (Argentina) in 150 km Entfernung besucht werden können.
Der Besuch des Moreno Gletscher ist atemberaubend. Man fährt in einem Katamaran an die ca 70 meter hohe Gletscherwand heran, die ständig mit lautem Donner kalbt und uns schließlich den Rückweg zur Landestelle versperrte. Dieser Gletscher ist einer der wenigen, der noch wächst, während der Upsallagletscher sich zurückzieht; letzterer heißt so, weil die schwedische Universität Upsalla diesen Gletscher erforschte. Eine Besonderheit beim Morenogletscher ist der langsame Aufbau einer Sperre eines Seearmes, die alle 2 Jahre unter unglaublichen Druck, wie der Dammbruch eines Stausees, eine 12 meter hohe Wasserwand frei gibt. Dieser Vorgang findet immer im März jeden geraden Kalenderjahres statt , also wieder im März diesen Jahres. Dann ist - wie man mir sagt - natürlich in Calafate kein Zimmer zu bekommen. Den Aufbau dieses Naturwunders kann man am Gletscher sehr gut beobachten; war übrigens einmal im Fernsehen zu sehen, was mich zu dieser Reise veranlasst hat. Der Upsallagletscher ist am nördlichen Teil des Sees und wird von einer Reihe von Katamaranen besucht.
Es dauert einen ganzen Tag mit Anfahrt, Seefahrt und Mittagspause auf einer nicht mehr im Betrieb befindlichen Esperanza. Auf der Bootsfahrt zu dem wohl größten Gletscher in dem See habe ich eine Menge der unglaublichsten Formationen von Blaueisbergen gesehen. Die Esperanza mit Namen Christina ist eine Oase für Austeiger, sie wird von der Regierung mit 4 Bungalos betrieben ; allem Luxus , nur über Schiff zu erreichen. Reiten und Wandern möglich, allerdings kostet Vollpension 400 US $ pro Person pro Tag; dauernder stärkster Wind inclusive. Ideal für malen, schreiben, lesen, komponieren, träumen oder Honeymoon usw.
Alles in Allem ist ein Besuch des Lago Argentina für Alle die von der Antarktis in die Heimat zurückkehren empfehlenswert, weil ohne großen Aufwand auf dem Wege von Ushuaia nach Santiago oder Buenos Aires machbar. Hotelkosten in Calafate sind noch niedrig, aber dieser Ort ist enorm im Aufbruch und in einigen Jahren sicher ein Touristenhauptziel und damit entsprechend teuer. Übrigens es gibt dort gute Restaurants mit super Steaks. Als ich die Buchung für diesen Ort in Deutschland vornahm, wusste keiner wo der überhaupt liegt. Der Rückflug von Calafate nach Buenos Aires war dann mehr oder weniger " in time ". Für Rückfragen stehe ich immer zur Verfügung.
Gruß R. Gottesbüren
